FAQ
Allgemeines
Wie sind die Kot- und Blut-Serum-Proben zu verarbeiten?
Kot- und Blutproben sollten möglichst innerhalb von 60 Min. verarbeitet werden. Eine Zwischenlagerung, je nach Probenmatrix, durch kühlen oder einfrieren ist möglich. Siehe hierzu: Lagerung & Handhabung
Nach dem Öffnen des Aluminiumbeutels sehe ich im Auswertungsfeld bereits farbige Linien. Ist der Test noch nutzbar?
Die hellblauen Linien sind für die interne Qualitätskontrolle wichtig und können zudem dem Anwender als Hilfslinien dienen (Ort, an dem die Linien entstehen). Sie werden während des Testlaufs ausgewaschen, ohne Einfluss auf den Test. Der Test ist verwendbar.
Die Testlinie (T) ist nur schwach sichtbar. Ist der Test positiv?
Ja, auch eine schwache T-Linie gilt als positiv. Die Intensität der Kontrolllinie (C) korreliert nicht mit der Testlinie.
Kann ich Tests verwenden, die extremen Temperaturen ausgesetzt waren?
Bei Verdacht auf Temperaturexposition außerhalb 2-30 °C: Test mit (sofern vorhanden) Kontrollprobe oder Laufpuffer prüfen. Bei Ausfall der C-Linie oder atypischem Laufverhalten nicht verwenden.
Wie viel Kot sollte ich verwenden?
Es sollte nur die Wattekopfspitze mit einer dünnen Kot-Schicht bedeckt sein. Homogenisieren Sie hierzu die Kotprobe (z.B. mittels Holzspatel) und betupfen sie min. 3 Stellen oberflächlich mit der Wattekopfspitze. Zu viel Kot kann den Testlauf blockieren oder den Hintergrund gelblich-bräunlich verfärben.
Wie lange darf die Probe im Pufferröhrchen stehen?
Max. 5 Minuten. Besser: Wattestabkopf mit Kot gut im Puffer verrühren und die frische Lösung direkt auf den Test geben.
Kann ich Proben aus verschiedenen Quellen (z.B. Kot und Urin) kombinieren?
Kann ich den Wattestab vorab mit Puffer befeuchten?
Ja, besonders bei krümeligem Kot ist dies möglich und eine gute Hilfe. Das Material haftet so besser am Wattestab und lässt sich leichter übertragen.
Lagerung & Handhabung
Wenn eine verzögerte Testung notwendig ist:
-
Kot im Kühlschrank (4–8 °C) max. 3 Tage lagern, für längere Zwischenlagerung einfrieren
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Serum/Plasma bis 48 h gekühlt stabil, für längere Zwischenlagerung einfrieren
-
Vollblut bis 48 h ausschließlich gekühlt stabil, einfrieren nicht möglich
Temperaturkontrolle:
- Unter 2°C oder über 30°C kann Testleistung und Pufferwirkung beeinträchtigen.
- Vor Testbeginn auf Raumtemperatur bringen. Zu kalte Tests können schwache oder verzögerte Linien verursachen.
Haltbarkeit der Pufferlösung:
Nach Öffnen und Anmischen innerhalb von 30 Minuten verwenden. Alte Pufferflüssigkeit kann Testlauf beeinflussen.
Transport von Proben:
Wenn Proben transportiert werden müssen, gekühlt lagern, um Antigenstabilität zu erhalten.
Spezielle Probenhinweise
Vollblutproben – was ist zu beachten?
Zur Vermeidung eines Vollblutdurchbruchs oder einer Blockierung des Tests, warten Sie bis das Blut vollständig eingezogen ist, bevor der Laufpuffer zugegeben wird. Gerade bei sehr dicken oder zähflüssigen Blut kann eine zu frühe Zugabe den Test stören.
Hämolytische, ikterische oder lipämische Proben:
Die Nutzung kann eine Hintergrundfärbung verursachen und so die Auswertung erschweren und die Ergebnisse beeinflussen. Lipämische Proben können die Testergebnisse beeinflussen, da das Fett die Ag/AK-Kopplung blockieren kann, was falsch-negative Ergebnisse erzeugen kann.
Proben mit Katzenstreu:
Chemisch behandeltes Streu im Proben-Puffer-Gemisch kann den Test verfälschen, daher sollte eine Probennahme aus kontaminierten Bereichen vermieden werden. Besser: Spalten Sie die Kotprobe mittig und nehmen Sie die Probe aus dem inneren.
Testablauf & Laufprobleme
Test läuft nicht oder stockt:
Mögliche Ursachen: zu dickflüssige Probe, zu große Menge, Schleim/Verunreinigungen.
Lösung:
- Kotprobe: Wattestabspitze nur oberflächlich abtupfen, ggf. klare Pufferflüssigkeit nachtröpfeln.
- Serum: keine hämolytischen, lipämischen oder ikterischen Proben testen.
- Vollblutproben: Chance geben, dass dieses vollständig in das Probenfeld einzieht bevor Puffer zugegeben wird. (Verzögerungen können sich bei dickflüssigem Blut ergeben).
Dunkle und/oder zu dickflüssige Flüssigkeit im Probenröhrchen:
Hinweis auf zu viel Kot. Verdünnen oder weniger Material verwenden, um sauberen Lauf zu ermöglichen und braune Linien zu vermeiden. Alternativ die Pufferflasche auf den Kopf stellen, die schweren Bestandteile sedimentieren lassen und den ersten Tropfen verwerfen.
Testlinie erscheint ohne Kontrolllinie:
Der Test ist ungültig, bitte wiederholen Sie den Test. Achten Sie auf Auffälligkeiten bei der Probe oder während des Testlaufs.
Zeitpunkt des Ablesens:
Ergebnisse genau im angegebenen Zeitfenster ablesen. Zu spätes Ablesen führt häufig zu unspezifischen Schattenlinien (Verdunstungsartefakte!).
Ergebnisse außerhalb von 10 Minuten ablesen:
- Nur Linien, die innerhalb des 10-Minuten-Fensters erscheinen UND bestehen bleiben, sind gültig.
- Linien, die vor Ablauf verschwinden oder erst nach 10 Minuten auftreten, sind nicht zu werten.
Technische Hinweise
Häufige Probleme bei Antigen-Tests:
- Proben-Puffer-Gemisch ist zu dickflüssig, weshalb ein sauberer Lauf erschwert, wird
- Lösung: Wattestabkopf nicht vollständig in den Kot eintauchen, sondern mehrere Stellen oberflächlich abtupfen, sodass nur die Spitze bedeckt ist.
- Falscher Testzeitpunkt: Probe wurde an dem Zeitpunkt genommen, wenn die Erkrankung noch nicht oder nicht mehr nachweisbar ist, z.B. FeLV (Antigene erst 2 bis 4 Wochen nach Infektion nachweisbar) oder CPV/FPV (sehr kurzer Ausscheidungszeitraum ca. 3-10 Tage)
- Testung direkt nach einer Behandlung: z.B. werden abgetötete Giardien nach einer Behandlung noch ca. 3 Wochen vom Tier ausgeschieden. Schnelltests unterscheiden nicht nach lebendigen oder toten Giardien.
- Lebendimpfstoffe wie z.B. gegen Parvovirus können vom Antigentest noch bis zu 3 Wochen später erkannt werden.
Häufige Probleme bei Antikörper-Tests:
-
Falscher Testzeitpunkt: Die Bildung von Antikörper nach einer Infektion können je nach Erreger unterschiedlich lang dauern (vgl. Reisekrankheiten)
-
Je nach Impfstoff (besonders bei Lebendimpfstoffen) nicht direkt testen! Die Serokonversion braucht Zeit (meist 3–4 Wochen nach letzter Dosis).
Sensitivität, Spezifität & totale Testperformance (TTP):
- Sensitivität: Fähigkeit, kranke Tiere korrekt als positiv zu erkennen.
- Spezifität: Fähigkeit, gesunde Tiere korrekt als negativ zu erkennen.
- TTP: Gesamtzuverlässigkeit des Tests, berücksichtigt Sensitivität und Spezifität.
Probentypen & Einschränkungen
Kombinieren von unterschiedlichen Probenmatritzen vermeiden:
- Kot + Urin oder andere Substanzen → unerwartete Reaktionen, Testlauf gestört.
Besondere Probenarten:
- Lipämisch, hämolytisch oder ikterisch: Kann Hintergrundfärbung verstärken und/oder Lauf stören und somit Auswertung erschweren.
- Bröckeliger oder sehr krümeliger Kot: Puffer anfeuchten, um Material auf Wattestab aufzunehmen.
Fremdstoffe:
Katzenstreu, Einstreu/Bodenpartikel oder Futterreste → Testlinie verfälscht. Immer reine Kotproben verwenden.
Zusatzhinweise für Tierbesitzer/Praxis
Chronische Ausscheider:
- Einige Tiere (Giardia, Parvo, FeLV) können Antigene oder Antikörper länger oder intermittierend ausscheiden.
- Interpretation erfordert ggf. mehrere Tests über Zeit.
Impftermin vs. Testung:
- Nach Lebendimpfstoffgabe kann Antigentest vorübergehend positiv sein.
- Wartezeit nach Lebendimpfung: Ag-Tests (z. B. Parvo): mind. 2-3 Wochen; AK-Tests: ca. 2-4 Wochen, je nach Impfstoff.
Zoonosehinweise:
- Cryptosporidien oder Giardia → Mensch kann ebenfalls infiziert werden. Hygiene beachten.
Probenentnahme & Handling
Mögliche Ursachen dafür, dass der Test nicht läuft oder der Lauf stockt:
- Häufig sind die Mikroporen der Nitrocellulosemembran verstopft oder es wurde zu viel Kot auf das Probenfeld aufgebracht. Hinweis: Manche Sample-Pads sind dicker und können dickflüssige Proben oder zu viel Material schlechter filtern.
Homogenisierung der Probe:
- Bei Kotproben empfiehlt es sich, die Probe vor der Aufnahme kurz zu homogenisieren (z.B. mit Holzspatel)
- Vorteil: Wahrscheinlichkeit Antigene in Probe tatsächlich zu beproben erhöht sich.
Menge der Probe:
- Zu viel Kot/Puffer-Gemisch kann Testlinie verfälschen und/oder Lauf behindern; zu wenig kann zu falsch-negativen Ergebnissen führen.
- Tipp: Immer die Wattestabspitze benetzen, nicht vollständig eintauchen.
Umgang mit stark flüssigem oder wässrigem Kot:
- Bei sehr flüssigem Durchfall kann Virus/Antigen ausgewaschen werden → Test zunächst negativ, obwohl Infektion besteht.
- Lösung: nach flüssigem Durchfall 30 Minuten warten und festere Kotbestandteile verwenden (→ Verdünnungseffekt).
Vermeidung von Kontamination:
- Handschuhe verwenden, Probengefäße sauber halten.
- Kreuzkontamination (z.B. zwischen Tieren) kann falsch-positive Ergebnisse erzeugen.
Interpretation der Ergebnisse
Schwache Testlinien:
- Schwache, aber innerhalb des Ablesezeitraums sichtbare T-Linien gelten als positiv. Bei schwacher Linie und fehlendem klinischem Verdacht: Wiederholungstest und/oder Bestätigungsdiagnostik (z.B. PCR, Western Blot) erwägen.
- Intensität der Kontrolllinie hat keinen Einfluss auf oder Bedeutung für Testlinie.
Kombination von Testergebnissen:
- Bei Verdacht auf chronische oder wiederkehrende Infektion kann es sinnvoll sein Differenzial-Erreger sicherheitshalber zu testen (Beispiel: Giardia und CPE oder Giardia und Cryptosporidien).
- Beispiel: Giardia oder Parvo – negativer Einzeltest bedeutet nicht zwingend „kein Erreger vorhanden“.
Zeitpunkt der Testung:
- Viele Antigen-/Antikörpertests haben bestimmte Zeitfenster, in denen Infektion nachweisbar ist.
- z.B. Parvovirus Antigen: Zeitraum ca. 7-10 Tage, Ausscheidung Viren 3-4 Tage nach Infektion und vor dem Auftreten der Symptome
- z.B. Distempervirus Antigen: 3-4 Tage im infektiösen Blut und anschließend ca. 3 Tage danach im Kot nachweisbar
- Zu frühe Tests → falsch-negative Ergebnisse.
- Zu späte Tests (z.B. nach Virus-Ausscheidung) → ebenfalls falsch-negativ.
Wiederholungstests:
- Besonders nach Behandlung oder Impfung sinnvoll, um Verlauf zu beobachten.
- Aber Vorsicht: Lebendimpfstoffen können von Schnelltests erkannt werden (z.B. Parvovirus Antigen nach Impfung). Wartezeit beachten!
Tipps für Kotproben
- Nur die Wattestabspitze (vorderes Drittel des Wattekopfes) in Kot eintauchen
- Nach Homogenisierung des Kots an mindestens drei Stellen oberflächlich abtupfen
- Zu dicke Suspension (z.B. durch Schleim o.a. Verunreinigungen) vermeiden, sonst verstopfen die Nitrocellulose-Mikroporen
- Sollten trotzdem grobe Bestandteile in die Pufferflasche gelangen: Pufferflasche auf den Kopf drehen, grobe Teile heruntersedimentieren lassen und ersten Tropfen verwerfen.
- Bei stockendem Lauf ggf. klaren Puffer nachtropfen oder Test wiederholen.