Giardiose (Hund/Katze)
Die Inkubationszeit liegt bei > 10 Tagen. Giardien-Infektionen verlaufen bei Tieren häufig klinisch inapparent. Die klinischen Symptome hängen von der Vorschädigung des Darmes und dem Immunstatus des Tieres ab. Auch schlechte Haltungsbedingungen und kohlenhydratreiche Ernährung begünstigen eine Infektion. Somit stellt die Giardiose eine Faktorenerkrankung dar. Die Giardiose ist hauptsächlich eine Erkrankung der Jungtiere und manifestiert sich in akuter, häufiger jedoch in chronischer, katarrhalischer, intermittierender Diarrhoe. Der Kot ist dünnbreiig bis wäßrig, oft mit vermehrter Schleim- und Fett- (Stearrhoe) Beimengung. Eine Infektion kann besonders bei Jungtieren oder Tieren aus schlechten Haltungsbedingungen zu chronischer intermittierender Diarrhöe führen. Diese Tiere zeigen Malabsorptionssyndrom mit struppigem Fell, chronischem Gewichtsverlust, gelegentliches Erbrechen und Apathie. Die Tiere scheiden große Mengen infektiöser Zysten aus. Giardien-Infektionen induzieren bei immunkompetenten Tieren eine Immunität, welche die Erregerpopulation ganz oder teilweise eliminiert. Erwachsene Hunde und Katzen können aber auch Dauerausscheider sein, ohne selbst zu erkranken.
Eine Therapie ist oft schwierig, da asymptomatische Dauerausscheider unerkannt bleiben und gegen die eingesetzten Antiparasitika z.T. Resistenzen bestehen. Besonders in Gruppenhaltungen mit mangelnder Hygiene ist eine Therapie problematisch, da es auch nach erfolgreicher Behandlung mit Antiparasitika immer wieder zu Reinfektionen kommt.
Warum sind Giardien so hartnäckig?
Ihre Hartnäckigkeit erreichen die Giardien durch ihre Schutzhülle, die sie benötigen, um andere Lebewesen (u.a. Hunde, Katzen und Menschen) zu befallen. Giardien umgeben sich mit dieser schützenden Hülle und lassen sich über den Kot ausscheiden. Durch die Hülle sind sie tage- bis wochenlang vor Umwelteinflüssen geschützt, bis sie von einem neuen Wirt vorwiegend über Kot, verschmutztes Wasser oder Nahrungsmittel aufgenommen werden.
Giardia duodenalis ist ein einzelliger Dünndarmparasit mit zweiphasigem Lebenszyklus: vegetative Trophozoiten besiedeln den proximalen Dünndarm und vermehren sich dort durch Längsteilung, während umweltresistente Zysten mit dem Kot ausgeschieden werden und die infektiöse Dauerform darstellen. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral durch Aufnahme von Zysten über Kot, verunreinigtes Wasser oder Futter.
Hund und Katze beherbergen überwiegend wirtsadaptierte Genotypen (beim Hund die Assemblagen C und D, bei der Katze die Assemblage F); das zoonotische Potenzial dieser Genotypen ist gering, gelegentlich wird die auch beim Menschen vorkommende Assemblage A nachgewiesen. Infektionen verlaufen häufig subklinisch; klinisch manifestiert sich die Giardiose vor allem bei Jungtieren als chronisch-intermittierende, oft schleimige Diarrhoe mit Malabsorption.
Da der Erreger häufig auch bei klinisch unauffälligen Dauerausscheidern vorkommt, ist ein positives Ergebnis im klinischen Zusammenhang zu bewerten. Für den Nachweis stehen der Zysten- und der Antigennachweis aus dem Kot zur Verfügung.
Die Fassisi® Tests GiarDia, GiaCPE, CryGiDia und Triple sowie die Multiplex-Varianten GiaCPE MPX, CryGiDia MPX und Triple MPX weisen Giardia duodenalis im Kot von Hund und Katze nach, je nach Variante gemeinsam mit weiteren Durchfallparametern (Clostridium-perfringens-Enterotoxin, Cryptosporidium parvum bzw. Parvo- und Coronavirus).
Die fachlichen Angaben sind auf der Quellen-Seite belegt.