FeLV & FIV
Infektionen mit dem Felinen Leukämie-Virus (FeLV) und dem Felinen Immunschwächevirus (FIV) sind häufig auftretende Viruserkrankungen, die das Immunsystem von Katzen schädigen.
Das Feline Immunschwächevirus (FIV) gehört ebenso wie das Feline Leukämievirus (FeLV) zur Klasse der Retroviren. Mit dem Unterschied, dass FeLV zur Unterfamilie der Oncornaviren gehört und FIV zu den Lentiviren. FeLV und FIV können ähnliche Krankheitsbilder hervorrufen, häufig zeigen sich Symptome wie z.B. schlechtes Fell, Dauerfieber und Appetitlosigkeit. Unterscheiden lassen sich klinische Symptome, die durch FIV selbst entstehen, wie z.B. neurologische Symptome, und Symptome durch Sekundärinfektionen.
| FIV | FeLV | |
| Virus | Lentivirus | Onkovirus |
| Risikogruppe | Mittelalte bis alte Katzen, unkastrierte Kater mit Freilauf (bei reinen Wohnungskatzen selten) | Junge Katzen, Mehrkatzenhaushalte und Freiläufer |
| Übertragung | Hauptsächlich durch einen Biss, transplazentar möglich aber selten | Enger Kontakt, transplazentar häufig |
| Prävalenz | Klinisch gesund: 2-3% Klinisch krank: 13-19% |
Klinisch gesund: 2-3% |
| Immunsuppression | oft | oft |
| Diagnose (Routine) | Antikörper-Nachweis | Antigen-Nachweis |
| Prophylaxe | Impfung (bisher nur in den USA) | Impfung |
| Prognose | Lebenserwartung nicht verkürzt, Katzen können jahrelang ohne Symptome leben | 85% der persistent infizierten Katzen sterben innerhalb von 3-5 Jahren |
| Klinik | Stomatitis, neurologische Symptome, immunmediierte Erkrankungen, Sekundärinfektionen, erhöhte Tumorinzidenz | Immunmediierte Erkrankungen, Sekundärinfektionen, aplastische Anämie, Fortpflanzungsstörungen, Fading-Kitten-Syndrom |
Das Feline Immunschwächevirus (FIV) ist weltweit verbreitet. Wie fast alle Lentiviren tritt auch FIV vorwiegend zellassoziiert auf und ist nur extrem kurz in der Außenwelt infektiös. Die Übertragung erfolgt durch parenterale Inokulation von virushaltigen Zellen in die Blutbahn einer gesunden Katze. Durch einen Biss einer infizierten Katze ist eine fast 100%ige Übertragungswahrscheinlichkeit gegeben. Anzumerken ist, dass die Antikörperbildung nach frühestens zwei Wochen beginnt. Zunächst treten env-spezifische, kurz danach gag-spezifische Antikörper auf.
Das Feline Leukämievirus (FeLV) verursacht die weit verbreitete Feline Leukämievirus-Infektion, die nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen bei den Katzen ist. Die Inkubationszeit ist von Tier zu Tier unterschiedlich. Bei einigen Katzen können schon wenige Tage nach der Ansteckung die ersten Symptome auftreten, bei anderen Tieren dauert es Wochen, Monate oder Jahre. Die Retroviren übertragen sich vielseitig, z. B. durch Speichel, Nasensekrete und Urin, sie werden damit zu einer hohen Ansteckungsgefahr für andere Katzen. Infiziert das Virus das Knochenmark, wird die Blutbildung gestört und es kommt zu Blutarmut und Leukämie. Das Feline Leukämievirus (FeLV) ist in der Katzenpopulation weit verbreitet und verläuft meist tödlich; es besteht eine sehr hohe Ansteckungsgefahr.
Gegen das Feline Leukämievirus kann geimpft werden, eine Impfung gegen das Feline Immunschwächevirus ist noch nicht überall erhältlich. Allein aufgrund der klinischen Symptome ist eine FIV- oder FeLV-Infektion sehr schwierig nachzuweisen. Eine gleichzeitige FeLV- und FIV-Infektion ist möglich.
Aufgrund der ähnlichen Krankheitssymptome ist bei Verdachtsfällen ein kombinierter Schnelltest, wie der Fassisi® FeLFIV zu empfehlen, der beide Krankheitserreger mit nur einer Schnelltestkassette individuell nachweisen kann. Vor allem Katzen in nicht kontrollierten Mehrkatzenhaushalten und Katzen mit freiem Auslauf gehören den Risikogruppen an. Ein kombinierter indirekter Erregernachweis von FIV Antikörpern mit einem direkten Antigennachweis (FeLV Antigen) kann zuverlässig in der Praxis durchgeführt werden.
Bereits seit mehreren Jahren wird die Diagnostik der FeLV-FIV-Infektionen routinemäßig mithilfe von immunochromatographischen Schnelltestsystemen direkt in der tierärztlichen Praxis durchgeführt. Aus diesem Grund wurde auch der Fassisi® FeLFIV weiterentwickelt und für den täglichen Praxisgebrauch optimiert.
FeLV-Antigen (p27)
Erreger und Infektionsverlauf
Das Feline Leukämievirus (FeLV) ist ein Gammaretrovirus der Katze. Infektionen verlaufen nicht einheitlich: Das Immunsystem kann das Virus früh eliminieren (abortive Infektion), die Vermehrung teilweise eindämmen (regressive Infektion) oder die Infektion schreitet mit anhaltender Virusvermehrung fort (progressive Infektion). Der Verlauf bestimmt Prognose und Ansteckungsrisiko: progressiv infizierte Katzen scheiden Virus aus und sind durch Anämie, Immunsuppression und Tumorerkrankungen gefährdet, während regressiv oder abortiv infizierte Tiere eine deutlich günstigere Prognose haben können.
Diagnostische Relevanz
Die Basisdiagnostik der aktiven FeLV-Infektion beruht auf dem Nachweis von freiem FeLV-Antigen (p27) im Blut und erfasst die progressive Infektion. Da sich der Infektionsstatus über die Zeit ändern kann, ist eine Bestätigung im Verlauf sinnvoll. Antigen- und Antikörpernachweis beleuchten unterschiedliche Aspekte des Infektionsgeschehens und können je nach Fragestellung kombiniert werden.
Schnelltest-Komponente
Das FeLV-Antigen (p27) wird von mehreren Fassisi®-Schnelltests aus Serum, Plasma oder Vollblut nachgewiesen: Fassisi® FeLFIV (FeLV-Antigen kombiniert mit FIV-Antikörper), Fassisi® FeLV (FeLV-Antigen) sowie Fassisi® Feline Triple (FeLV-Antigen p27, FeLV-Antikörper p15E, FIV-Antikörper gp40). Die Tests unterstützen die Abklärung bei klinischem Verdacht, vor Aufnahme in einen Bestand und bei Tieren mit Auslauf. Die FeLV-Antikörper-Komponente des Feline Triple ist gesondert beschrieben (siehe FeLV-Antikörper).
FIV-Antikörper (gp40)
Erreger und Infektionsverlauf
Das Feline Immunschwächevirus (FIV) ist ein Lentivirus der Katze und weltweit verbreitet. Nach der Infektion können vorübergehend Fieber und Lymphknotenschwellungen auftreten; anschließend bleiben viele Katzen über Monate bis Jahre klinisch unauffällig, bevor eine fortschreitende Schwächung des Immunsystems Sekundärinfektionen begünstigt. Bei guter Haltung und ohne Koinfektion erreichen FIV-positive Katzen häufig eine normale Lebenserwartung.
Übertragung
Hauptübertragungsweg sind Bissverletzungen, da das Virus im Speichel ausgeschieden wird; freilaufende, männliche und ältere Katzen tragen das höchste Risiko. Über alltäglichen Kontakt wie gemeinsame Näpfe oder gegenseitiges Putzen wird FIV nur ineffizient übertragen. Eine Übertragung von der Mutterkatze auf die Welpen ist möglich.
Diagnostische Relevanz
Die FIV-Diagnostik beruht auf dem Nachweis von Antikörpern, die nach Infektion in der Regel lebenslang bestehen. Zwei Konstellationen sind bei der Interpretation zu beachten: Bei Welpen können maternale Antikörper zu einem positiven Ergebnis führen, das sich in den ersten Lebensmonaten verlieren kann; eine FIV-Impfung kann das Antikörperergebnis ebenfalls beeinflussen. Ein positives Ergebnis wird daher im klinischen Zusammenhang bewertet und bei Bedarf im Verlauf kontrolliert.
Schnelltest-Komponente
FIV-Antikörper (gp40) werden von Fassisi® FeLFIV (FIV-Antikörper kombiniert mit FeLV-Antigen), Fassisi® FIV (FIV-Antikörper) und Fassisi® Feline Triple (FeLV-Antigen p27, FeLV-Antikörper p15E, FIV-Antikörper gp40) aus Serum, Plasma oder Vollblut nachgewiesen. Sinnvoll ist die Testung bei klinischem Verdacht, vor Aufnahme in einen Mehrkatzenhaushalt und bei Tieren mit Auslauf.
Eine Übersicht der verwendeten Quellen finden Sie hier.