Borreliose in der Zecke
Das Erkrankungsbild einer Lyme-Borreliose ist bei Tieren, beispielsweise bei Hunden und Pferden, genauso vielseitig wie bei Menschen.
Bei Tieren stehen nach anfänglichen Symptomen wie Mattigkeit und Fieber vor allem Lahmheit, Schmerzen, andere Ausfallerscheinungen und als Spätfolgen Gelenkbeschwerden im Vordergrund. Einzelne oder wiederkehrende Fieberschübe, Lethargie, Futterverweigerung, Lahmheit und Lymphknotenschwellungen sind die Regel.
Ein genaues Krankheitsbild der Borreliose bei Tieren eindeutig abzugrenzen, ist derzeit noch unmöglich. Aufgrund dieser vielfältigen Symptome ist eine genaue Diagnose äußerst wichtig.
Erreger der Lyme-Borreliose sind Spirochäten des Borrelia-burgdorferi-sensu-lato-Komplexes. In Europa sind für Tier und Mensch insbesondere die Genospezies Borrelia burgdorferi sensu stricto, B. garinii, B. afzelii und B. spielmanii relevant. Die Spirochäten besiedeln den Mitteldarm der Zecke und gelangen erst im Verlauf des Saugakts in deren Speicheldrüsen.
Überträger ist in Europa der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Die Übertragung der Borrelien auf den Wirt setzt in der Regel eine länger dauernde Anheftung der Zecke voraus, da die Erreger zunächst aus dem Mitteldarm in die Speicheldrüsen wandern müssen, bevor sie auf den Wirt übergehen. Das Übertragungsrisiko steigt daher mit der Saugdauer, und eine frühzeitige, vollständige Entfernung der Zecke senkt es.
Beim Tier verläuft ein Großteil der Infektionen subklinisch. Tritt eine klinische Erkrankung auf, stehen Lahmheit infolge einer Polyarthritis, Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit und Lymphknotenschwellung im Vordergrund. Die klinischen Zeichen sind unspezifisch, ein pathognomonisches Merkmal existiert nicht.
Ein Borrelien-positives Ergebnis an der untersuchten Zecke belegt, dass diese Zecke Borrelien trug. Es ist kein Nachweis dafür, dass eine Übertragung auf das Tier oder eine Infektion stattgefunden hat, da nicht jede Borrelien-tragende Zecke die Erreger überträgt und die Übertragung von der Saugdauer abhängt. Die Untersuchung der entfernten Zecke dient damit der Risikoeinschätzung und einer frühzeitigen tierärztlichen Aufmerksamkeit. Der Infektions- und Krankheitsnachweis beim Tier selbst erfolgt über die klinische Untersuchung und den Antikörpernachweis.
Der Fassisi® BoTick weist Borrelien-Antigen in der entfernten Zecke nach; Probenmaterial ist die Zecke, nicht das Tier. Erfasst werden die in Europa relevanten Genospezies Borrelia burgdorferi sensu stricto, B. garinii, B. afzelii und B. spielmanii. Das Ergebnis zeigt an, ob die untersuchte Zecke Borrelien trug; eine erfolgte Übertragung oder Infektion des Tieres lässt sich daraus nicht ableiten.
Die fachlichen Angaben sind auf der Quellen-Seite belegt.