Bovine PAG / Trächtigkeit (Rind)
Das Pregnancy associated glycoprotein (PAG) gehört zu einer großen Gruppe von Glykoproteinen die im Verlauf der Trächtigkeit in binuklearen Zellen des Trophoblasts synthetisiert und während der Fusion mit uterinen Epithelzellen in den maternalen Blutkreislauf abgegeben werden (Zoli, 1991; Wooding, 1992). Nach Green sind im Genom des Rindes mehr als 100 PAG-Gene vorhanden, von denen bislang 21 eindeutig nachgewiesen wurden (Green et al, 2000). Auch wenn die Funktion der PAGs noch nicht eindeutig geklärt werden konnte, konnte beweisen werden, dass ein PAG-Nachweis im maternalen Blut ein hoch spezifischer und zuverlässiger Parameter für die Trächtigkeitsdiagnose und Trächtigkeitsüberwachung darstellt.
Der Vorteil der PAG-Bestimmung gegenüber der Progesteronbestimmung besteht darin, dass PAG von einem intakten Trophoblast gebildet wird und somit einen direkten Trächtigkeitsnachweis darstellt.
Sobald sich der Embryo in der Gebärmutter einnistet, wird dies über Botenstoffe dem Organismus der Mutter mitgeteilt. Diese Botenstoffe, die verschiedenen trächtigkeitsassoziierten Glykoproteine, werden in der Plazenta produziert und gelangen somit in den Blutkreislauf der Kuh und lassen sich somit messen. Zwischen Tag 30 und 35 nach der Besamung kann man eine Trächtigkeit durch die Bestimmung von PAG-1 (pregnancy-associated glycoproteine-1) bestätigen. Ein sicherer Nachweis ist nach dem 40. Tag möglich. Es konnte festgestellt werden, dass der Nachweis von PAG eine Alternative zu der bisher etablierten RIA darstellt und somit als Möglichkeit der Erkennung und Überwachung der Trächtigkeit eingesetzt werden kann. (M. Friedrich und W. Holtz, 2009).
Die Entdeckung der Trächtigkeitsassozierten Glykoproteine (PAGs) stellte sowohl aus wissenschaftlicher, als auch aus ökonomischer Sicht eine Revolution in der Reproduktionstechnik der Rinder dar. Die Konzentration von PAG steigt ab Tag 24 bis Tag 28 post conceptionem im mütterlichen Blut deutlich an. Somit ist eine Trächtigkeitsdiagnose bereits im frühen Trächtigkeitsstadium möglich. Bereits am 28. Tag nach der Besamung konnten beim größten Teil der untersuchten Tiere der vorliegenden Studie Glykoproteine nachgewiesen werden (zwischen Tag 30 und 35 bei allen Tieren). (Z. Gajewski et al, 2009)
Die PAG Konzentration erhöht sich im Verlaufe der Trächtigkeit. Wie in der Grafik dargestellt, steigt diese ab ca. dem 28. Tag durchschnittlich über die 2 ng/ml Grenze und steigt weiter an. Es ist gut zu beobachten, dass die PAG Konzentration von Tier zur Tier unterschiedlich verlaufen kann. Es konnte in der Validierungsstudie bewiesen werden, dass sichere Trächtigkeitsdiagnosen mit dem Fassisi® BoviPreg nach dem 30. Tag nach der Belegung möglich sind. Dies unterstützt Zwischenkalbezeit zu verkürzen. Es wird empfohlen nach acht Wochen eine Nachkontrolle zur Bestätigung der Ergebnisse durchzuführen, da bis zu 35 % der Tiere den Embryo bis zum 70. Tag nach der Belegung verlieren können.
Pregnancy-associated glycoproteins (PAG) sind Glykoproteine, die in den binuklearen Zellen des Trophoblasts der Rinderplazenta gebildet und in den maternalen Blutkreislauf abgegeben werden. Sie lassen sich im Serum und in der Milch des Muttertieres nachweisen und spiegeln das Vorhandensein eines intakten, funktionsfähigen Trophoblasten wider. Da PAG direkt vom Trophoblasten stammen, stellt der Nachweis einen direkten Trächtigkeitsparameter dar, im Unterschied zur indirekten, gelbkörperabhängigen Progesteronbestimmung.
Die PAG-Konzentration im maternalen Blut steigt ab etwa Tag 24 bis 28 nach der Konzeption deutlich an und ermöglicht damit eine Trächtigkeitsdiagnose im frühen Trächtigkeitsstadium. Im Verlauf zeigt sich um den 60. Tag eine vorübergehende Abnahme, bevor die Konzentration von der mittleren bis zur späten Trächtigkeit kontinuierlich ansteigt und um den Geburtszeitpunkt ihr Maximum erreicht.
Diagnostisch erlaubt die frühe Erkennung tragender und nicht tragender Tiere ein effizientes Reproduktionsmanagement: Nicht tragende Tiere können frühzeitig nachbesamt und so die Zwischenkalbezeit verkürzt werden. Da die Glykoprotein-Konzentration aus verschiedenen Gründen schwanken kann und frühe Embryonalverluste vorkommen, ist eine Bestätigungsuntersuchung im weiteren Trächtigkeitsverlauf sinnvoll.
Der Fassisi® BoviPreg weist Pregnancy-associated glycoprotein (PAG) im Serum bzw. Plasma des Muttertieres nach und unterstützt die frühe Trächtigkeitsdiagnose und -überwachung beim Rind.
Quellen zu den ausgeführten Informationen.